Als barocke Sommerresidenz, Lust- und Jagdschloss angelegt, erlangte das Schloss Schwetzingen mit umliegendem, beeindruckendem Schlossgarten, seine Blütezeit unter der Regentschaft des Kurfürsten Carl Theodor, der es als sommerliche Ergänzung zu seiner Mannheimer Residenz nutzte.
Im Inneren des Schlosses spiegelt sich das Wesen der Sommerresidenz wieder - eher dezenter Prunk im Vergleich zum kurfürstlichen Hof sowie viele Naturelemente, die den Schlosspark widerspiegeln - z.B. als Efeuranken an den Kronleuchtern. Besonders freute ich mich über die "Privatführung" - wir waren nur zu Dritt und konnten daher sehr viele Fragen stellen und hatten so eine äußerst interessante & persönliche Führung mit unserem Guide. Dort lernten wir interessante Fun Facts zum Schloss sowie dem Kurfürsten: Seine - arrangierte - Ehe war unglücklich und blieb kinderlos - mit seiner Geliebten, einer Tänzerin, hatte er jedoch zwei Kinder. Von seiner Frau trennte er sich trotzdem nicht - auch wenn sie ihm keinen Erben schenken konnte, sie blieben bis zu ihrem Tod verheiratet. Getrennte Gemächer hatten sie natürlich - in denen im Sitzen geschlafen wurde, da das Liegen mit dem Liegen im Sarg assoziiert wurde und daher die Angst verbreitet war, liegend im Schlaf zu sterben. Als introvertierter Kurfürst, der die Natur liebte, hatte Carl Theodor einen geheimen Zugang zum Park, der hinter einer Scheintür versteckt war.
Dieser barocke Park, der die Bezeichnung Schlossgarten definitiv verdient hat, bietet Möglichkeit zu ausgedehnten Spaziergängen. - an jeder Ecke lässt sich etwas Neues entdecken: Ein Rokoko-Theater ist dort zu finden, große Brunnen inmitten von Blumenrabatten, mit Efeu und Wein überrankte Laubengänge, eine große Orangerie, eine Moschee, verschiedene Statuen sowie - für mich ein ganz klares Highlight - das Badehaus.
Das Badehaus wurde vom Kurfürsten zur Entspannung, zum Studium und zum Musizieren errichtet. In seinem dort eingerichteten Arbeitszimmer studierte er nicht nur, sondern lad zu ausgesuchten kleinen Soiréen ein, die musikalisch untermalt wurden. Um dem Namen gerecht zu werden, gab es eine große, marmorne Badewanne in einem Raum, der über & über mit Kristallen geschmückt war - Amethyst, Rosenquarz, Rauchquarz, Bergkristall und noch viel mehr. Übrigens waren auch tierische Gäste sehr am Baden interessiert 😉


























































