Schon lange auf meiner Liste - Blaubeuren. Eine kleine Stadt, die jedoch viel zu bieten hat: die Karstquelle Blautopf, Ausgangspunkt eines 18 Kilometer langen, verzweigten Höhlensystems, ein altes Benediktiner-Kloster mit erhaltenem Badhaus der Mönche sowie ein Urzeitmuseum, in dem steinzeitliche Funde aus den Höhlen der schwäbischen Alb, wie die Venus vom Hohle Fels ausgestellt werden (Blog-Beitrag zum Museum hier).
Starten wir mit einem Rundgang durch die Stadt hin zum Blautopf, der wegen großräumiger Umbaumaßnahmen leider nur erschwert zugänglich ist sowie durch den heißen Sommer wenig Wasser führte.
Da das Kloster noch nicht geöffnet ist, besuche ich zuerst das Badhaus der Mönche, ein spätmittelalterliches Fachwerkhaus, das einzige noch erhaltene Mönchsbad in Deutschland. 1510 errichtet, bot es im Erdgeschoss über ein Heizungssystem im Keller den Mönchen die Möglichkeit zum Baden - in großem Holzzuber - sowie zum Saunieren im heißen Wasserdampf. Interessanterweise durften die Mönche in Blaubeuren bedeutend häufiger baden als z.B. im Kloster Hirsau - dort galt: einmal vor Ostern, einmal vor Weihnachten war erlaubt - Krankheiten waren daher weit verbreitet.
Kontrastprogramm im Obergeschoss: dies diente adligen Besuchern als Gästehaus und besticht vor allem durch den Festsaal mit umgehender, noch erhaltener Wandbemalung mit Natur- und Jagdszenen. In den anliegenden Zimmern befindet sich das Heimatmuseum mit Exponaten aus der Gegend sowie von bekannten Elfenbeinschnitzern.
Anschließend geht es weiter ins nunmehr geöffnete Kloster. Der Kreuzgang, der einen Innenhof mit Kräutergarten umgibt, ist erstaunlich schlicht gehalten. Im Refektorium sind alte Grabplatten von Adeligen der Gegend zu bestaunen sowie einzelne Wandgemälde. Highlight ist ganz klar der spätgotische Chorraum in der Klosterkirche mit fein verziertem Chorgestühl sowie einem beeindruckenden doppelflügeligen, üppig verzierten Hochaltar. Zusätzlich gibt es im Kloster Wissenswertes über das Leben, den Tagesablauf und die Ernährung der Benediktiner auf Schautafeln zu lesen.


































































































