Zeitig ging es für mich los Richtung Hauptbahnhof - von dort wollte ich Fähre zum alten NDSM Werft-Gelände nehmen um dieses zu erkunden - und hoffentlich interessante Street Art zu entdecken.
Die Fahrt mit der Fähre auf der Amstel ist kostenlos - daher gut frequentiert - und bietet auf der ca. 15-minütigen Fahrt schöne Eindrücke von Amsterdam vom Wasser aus. Wir passierten neben einigen anderen Fähren auch zwei große Lastkähne.
Der strahlende Sonnenschein bot auf dem Werft-Gelände einen interessanten Kontrast zu den zum Teil doch recht heruntergekommenen Gebäuden oder Containern - dass viel Müll herumlag, erklärte sich schnell - seit Samstag fand dort ein Musikfestival statt - daher war leider ein großer Teil des Geländes auch nicht zugänglich. Schade - vielleicht hätte ich dort noch einiges Interessantes entdecken können. Die Street Art, die ich im zugänglichen Bereich fand, enttäuschte leider etwas - einige schöne Motive gab es - und vor allem das Anne Frank Mural war sehr beeindruckend - in Summe blieb das Areal jedoch hinter meinen Erwartungen zurück.
Zum Wohnen scheint es jedoch viele interessante Optionen zu bieten - ein Kranhotel, Hausboote, ein Boots-Hotel sowie ein gerade neu gebautes Hilton. Der Iced Coffee und vor allem der Scone im Café Brrood waren hervorragend.
Für die Rückfahrt entschied ich mich eine andere Fähre zu nehmen die mich zur Anlegestelle Pontsteiger brachte - gut gelegener Ausgangspunkt für eine Erkundung der Westelijke Eilands. Hier tummelten sich außerdem mir keinerlei Touristen - stattdessen durchstreifte man charmante Wohnviertel und Hausboot-Ansammlungen auf malerischen Kanälen.
Südlich durch die kleinen Inselchen führte mich mein Weg wieder ins Viertel Jordaan, das mir bereits die Tage zuvor so gut gefallen hatte. In den kleinen Gassen entdeckte ich viel Neues - kleine Boutiquen, ein gemütliches Café mit super Iced Coffee und schöne Photomotive.
In meinem liebgewonnenen Screaming Beans gab es einen weiteren kalten Kaffee mit kleinem Mandelkeks, im Marqt ließen sich neben Käse auch interessante Getränkedosen entdecken.
Langsam schlug ich einen Weg Richtung Grachtenring ein, da ich mir für den Nachmittag vorgenommen hatte das - Achtung, Klischee - Handtaschenmuseum dort zu besuchen.
Im Handtaschenmuseum werden in einem herrschaftlichen Haus über drei Etagen Handtaschen aus allen Epochen ausgestellt - der Fokus der Sonderausstellung lag auf Blumen- und Pflanzen-Motiven sowie Taschen aus entsprechenden Materialien wie Bast.
Am Interessantesten fand ich den obersten Stock in dem die Geschichte und Entstehung der heutigen Handtasche erklärt wurde - mit historischen Beispielen der Zwischenstufen wie Duftsäckchen (um mangelnde Hygiene zu übertünchen), Zigaretten-Etuis, Opern-Täschchen oder Taschen für Nähzeug - da es sich für eine Dame anscheinend damals nur zierte, Dinge mit sich zu führen wenn es sich um Handarbeite-Utensilien handelte.
Alles in allem eine interessante und lehrreiche Ausstellung - den Museums-Shop ließ ich allerdings schnell hinter mir 😉.